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St. Maria in Jerusalem: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Kölner Ratskapelle '''St. Maria in Jerusalem''' entstand zwischen den Jahren 1424 und 1426. Ihre wechselvolle Geschichte endete mit ihrer Zerstörung bei Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges.
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Der Kölner Rat benutzte, wie für die Jahre 1329 und 1341 belegt ist, für den Gottesdienst der Ratsherren ursprünglich die über der Marktpforte eingerichtete [[Ratskapelle|Michaelskapelle]]. Wohl wegen des beengten Raumes hatte der Rat schon 1393/94 den Bau einer eigenen Kapelle geplant und um eine entsprechende Genehmigung von höchster kirchlicher Stelle nachgesucht. Offenbar nach einem positiven Bescheid forderte man die Kölner Juden im Jahre 1423 auf, dass sie binnen Jahresfrist ''up ewige tzyden'' die Stadt zu verlassen hätten.
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Nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus der Stadt, die im Jahr 1424 abgeschlossen war, wurde die zwischen 1012 und 1040 entstandene und nach Pogromen im 14. Jahrhundert erneuerte, auch als Judenschule bezeichnete Synagoge des Judenviertels, zu der dem Rat vorbehaltenen Kapelle St. Maria in Jerusalem umgewandelt und im Jahr 1426 zum Festtag „Mariä Geburt“ geweiht. Abgesehen von den täglichen Andachten, die sich nun bequem von den Ratsherren vor ihrem „Hause“ in der Kapelle verrichten ließen, wurde auch von einer Messfeier berichtet. Es war die erste in der Kapelle abgehaltene Totenmesse, die aus Anlass der Beerdigung des Bürgermeisters Wenemar von dem Birbaume ''vor unserem Hause in der Kapelle unserer lieben Frau'' stattfand. Die Kapelle blieb bis zu ihrer Profanierung 1798 das Gotteshaus der Ratsherren. <ref>Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/St._Maria_in_Jerusalem</ref>

Version vom 20. Oktober 2020, 11:36 Uhr

Ratskapelle St. Maria in Jerusalem

Die Kölner Ratskapelle St. Maria in Jerusalem entstand zwischen den Jahren 1424 und 1426. Ihre wechselvolle Geschichte endete mit ihrer Zerstörung bei Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges.

Der Kölner Rat benutzte, wie für die Jahre 1329 und 1341 belegt ist, für den Gottesdienst der Ratsherren ursprünglich die über der Marktpforte eingerichtete Michaelskapelle. Wohl wegen des beengten Raumes hatte der Rat schon 1393/94 den Bau einer eigenen Kapelle geplant und um eine entsprechende Genehmigung von höchster kirchlicher Stelle nachgesucht. Offenbar nach einem positiven Bescheid forderte man die Kölner Juden im Jahre 1423 auf, dass sie binnen Jahresfrist up ewige tzyden die Stadt zu verlassen hätten.

Nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus der Stadt, die im Jahr 1424 abgeschlossen war, wurde die zwischen 1012 und 1040 entstandene und nach Pogromen im 14. Jahrhundert erneuerte, auch als Judenschule bezeichnete Synagoge des Judenviertels, zu der dem Rat vorbehaltenen Kapelle St. Maria in Jerusalem umgewandelt und im Jahr 1426 zum Festtag „Mariä Geburt“ geweiht. Abgesehen von den täglichen Andachten, die sich nun bequem von den Ratsherren vor ihrem „Hause“ in der Kapelle verrichten ließen, wurde auch von einer Messfeier berichtet. Es war die erste in der Kapelle abgehaltene Totenmesse, die aus Anlass der Beerdigung des Bürgermeisters Wenemar von dem Birbaume vor unserem Hause in der Kapelle unserer lieben Frau stattfand. Die Kapelle blieb bis zu ihrer Profanierung 1798 das Gotteshaus der Ratsherren. [1]