Abdecker: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Abdecker''', im oberdeutschen Sprachraum '''Wasenmeister''', war jahrhundertelang eine Berufsbezeichnung für Personen, die in einem bestimmten Bezirk für die Beseitigung von Tierkadavern und die Tierkörperverwertung zuständig waren. Aus der Verwertung ergaben sich Produkte wie Fette, Leim, Knochenmehl, Salmiak, Seife, Bleichmittel und Viehfutter. | [[Datei:Thomas Rowlandson - A Dead Horse on a Knacker's Cart - Google Art Project.jpg|mini|Abdecker mit totem Pferd auf dem Karren]] | ||
'''[[Beruf::Abdecker]]''', im oberdeutschen Sprachraum '''[[Beruf::Wasenmeister]]''', war jahrhundertelang eine Berufsbezeichnung für Personen, die in einem bestimmten Bezirk für die Beseitigung von Tierkadavern und die Tierkörperverwertung zuständig waren. Aus der Verwertung ergaben sich Produkte wie Fette, Leim, Knochenmehl, Salmiak, Seife, Bleichmittel und Viehfutter. | |||
Andere Bezeichnungen des Berufs waren ''Schinder'', ''Feld-'', ''Fall-'', ''Halb-'', ''Klee-'' oder ''Wasenmeister''; ''Greis-'', ''Klee-'' oder ''Feldmetzger''; ''Luderführer'', ''Kleeken'', ''Mausgewitz'', ''Kaviller'', ''Kafiller'', ''Filler'', ''Füller'', ''Racker'', ''Freiknecht'', ''Abstreifer'', ''Bärenhäuter'', ''Weider'', ''Weidmann'', ''Fetzer'', ''Kaltschlächter'', ''Säuberer'' oder ''Weißriemler'', die auch Felle gerbten. Seine Gehilfen hatten entsprechende Bezeichnungen wie beispielsweise ''Schinder-'' oder ''Luderknecht''. | Andere Bezeichnungen des Berufs waren ''Schinder'', ''Feld-'', ''Fall-'', ''Halb-'', ''Klee-'' oder ''Wasenmeister''; ''Greis-'', ''Klee-'' oder ''Feldmetzger''; ''Luderführer'', ''Kleeken'', ''Mausgewitz'', ''Kaviller'', ''Kafiller'', ''Filler'', ''Füller'', ''Racker'', ''Freiknecht'', ''Abstreifer'', ''Bärenhäuter'', ''Weider'', ''Weidmann'', ''Fetzer'', ''Kaltschlächter'', ''Säuberer'' oder ''Weißriemler'', die auch Felle gerbten. Seine Gehilfen hatten entsprechende Bezeichnungen wie beispielsweise ''Schinder-'' oder ''Luderknecht''. | ||
Der Arbeitsplatz der Abdecker, meist auch ihre Wohnstelle, war die ''Abdeckerei'' oder ''Wasenmeisterei''. Auch hier existiert eine Vielfalt weiterer Bezeichnungen wie ''Schindhütte'', ''Fallhaus'' oder ''Luderhaus''. | Der Arbeitsplatz der Abdecker, meist auch ihre Wohnstelle, war die ''Abdeckerei'' oder ''Wasenmeisterei''. Auch hier existiert eine Vielfalt weiterer Bezeichnungen wie ''Schindhütte'', ''Fallhaus'' oder ''Luderhaus''. | ||
Scharfrichter und Abdecker waren – da erstere von den seltenen Hinrichtungen nicht leben konnten – oft dieselbe Person. In ländlichen Gegenden wurde die Tätigkeit auch vom Gemeindehirten ausgeführt. Der Beruf des Abdeckers galt als unehrlicher Beruf. | [[Beruf::Scharfrichter]] und Abdecker waren – da erstere von den seltenen Hinrichtungen nicht leben konnten – oft dieselbe Person. In ländlichen Gegenden wurde die Tätigkeit auch vom Gemeindehirten ausgeführt. Der Beruf des Abdeckers galt als unehrlicher Beruf. | ||
In Köln finden sich viele unehrliche Berufe wie '''Abdecker und Scharfrichter in der Nähe der Stadtmauer am Altengraben''' im Norden der Stadt. | |||
Hier das Familienblatt einer sehr bekannten Wasenmeisterfamilie in Köln: [https://koelnerbuerger.de/getperson.php?personID=I31741&tree=vor1800 Göbel, Göppel, Göbbels in koelnerbuerger.de]. | |||
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Aktuelle Version vom 20. Januar 2026, 12:17 Uhr

Abdecker, im oberdeutschen Sprachraum Wasenmeister, war jahrhundertelang eine Berufsbezeichnung für Personen, die in einem bestimmten Bezirk für die Beseitigung von Tierkadavern und die Tierkörperverwertung zuständig waren. Aus der Verwertung ergaben sich Produkte wie Fette, Leim, Knochenmehl, Salmiak, Seife, Bleichmittel und Viehfutter. Andere Bezeichnungen des Berufs waren Schinder, Feld-, Fall-, Halb-, Klee- oder Wasenmeister; Greis-, Klee- oder Feldmetzger; Luderführer, Kleeken, Mausgewitz, Kaviller, Kafiller, Filler, Füller, Racker, Freiknecht, Abstreifer, Bärenhäuter, Weider, Weidmann, Fetzer, Kaltschlächter, Säuberer oder Weißriemler, die auch Felle gerbten. Seine Gehilfen hatten entsprechende Bezeichnungen wie beispielsweise Schinder- oder Luderknecht.
Der Arbeitsplatz der Abdecker, meist auch ihre Wohnstelle, war die Abdeckerei oder Wasenmeisterei. Auch hier existiert eine Vielfalt weiterer Bezeichnungen wie Schindhütte, Fallhaus oder Luderhaus.
Scharfrichter und Abdecker waren – da erstere von den seltenen Hinrichtungen nicht leben konnten – oft dieselbe Person. In ländlichen Gegenden wurde die Tätigkeit auch vom Gemeindehirten ausgeführt. Der Beruf des Abdeckers galt als unehrlicher Beruf.
In Köln finden sich viele unehrliche Berufe wie Abdecker und Scharfrichter in der Nähe der Stadtmauer am Altengraben im Norden der Stadt.
Hier das Familienblatt einer sehr bekannten Wasenmeisterfamilie in Köln: Göbel, Göppel, Göbbels in koelnerbuerger.de.
Eine Auflistung aller bisher erfasster Abdecker und Wasenmeister: Abdecker in koelnerbuerger.de
