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Der Kölner Schweid (Schwaidt): Unterschied zwischen den Versionen

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[[File:Descriptio Agri Civitatis Coloniensis - Atlas Maior, vol 3, map 74 - Joan Blaeu, 1667 - BL 114.h(star).3.(74).jpg|mini|600px|Joan Blaeu, 1667 - Darstellung der Stadt Köln und des umliegenden Schweids mit Dörfern, Wegen und Feldmark.]]
Der '''Kölner Schweid''' – in Quellen auch '''Schwaidt''', '''Schweidt''' oder '''Schweydt''' genannt – bezeichnet das historische '''Umland und die Feldmark der Stadt Köln''' vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Der Begriff ist eng mit der agrarischen Versorgung der Stadt, mit Weiderechten sowie mit der territorialen Organisation des kölnischen Umlands verbunden.
Der '''Kölner Schweid''' – in Quellen auch '''Schwaidt''', '''Schweidt''' oder '''Schweydt''' genannt – bezeichnet das historische '''Umland und die Feldmark der Stadt Köln''' vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Der Begriff ist eng mit der agrarischen Versorgung der Stadt, mit Weiderechten sowie mit der territorialen Organisation des kölnischen Umlands verbunden.


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Merkmale dieser Karten:
Merkmale dieser Karten:


* Entstehung: Anfang 17. Jahrhundert, verbreitet durch Drucke des 17. und frühen 18. Jahrhunderts  
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** der ummauerten Stadt Köln  
** der ummauerten Stadt Köln  
** dem Rhein und Nebenarmen  
** dem Rhein und Nebenarmen  
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Viele in Quellen genannte Herkunftsangaben („im Schweid gelegen“, „außerhalb der Stadt im Schweid“) lassen sich erst durch diese Karten räumlich einordnen.
Viele in Quellen genannte Herkunftsangaben („im Schweid gelegen“, „außerhalb der Stadt im Schweid“) lassen sich erst durch diese Karten räumlich einordnen.
Einige Schweidkarten sind hier aufgezeigt: [[/Karten]].
== Orte des Kölner Schweids ==
Die folgende Liste umfasst Orte, Höfe und Siedlungen, die in historischen Schweidkarten und Quellen als Teil des Kölner Umlands erscheinen. Die Auswahl orientiert sich vor allem am Zeitraum 16.–18. Jahrhundert.
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! Ort (historisch) !! Namensvarianten (Auswahl) !! Heutiger Stadtteil / Lage !! Erste Erwähnung !! Bemerkung
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| Deutz || Tuitium; Duytz; Duitz || Köln-Deutz || 1003 || Bedeutender rechtsrheinischer Ort
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| Nippes || Nippiss; Nepiss; Nippiß || Köln-Nippes || 1219 || Dorf im nördlichen Schweid
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| Longerich || Lungerich; Longherich || Köln-Longerich || 1154 || Teil der nördlichen Feldmark
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| Müngersdorf || Munghersdorp; Mungersdorp || Köln-Müngersdorf || 962 || Kirch- und Hofsiedlung
|-
| Lindenthal || Lintdal; Lyntdal || Köln-Lindenthal || 1225 || Locker besiedeltes Gebiet
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| Ehrenfeld || Ernfeld; Ernevelde || Köln-Ehrenfeld || 1302 || Ursprünglich Hof- und Ackerland
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| Bickendorf || Bickendorp; Bickendorff || Köln-Bickendorf || 941 || Frühmittelalterliche Siedlung
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| Ossendorf || Ossendorp; Osendorff || Köln-Ossendorf || 962 || Landwirtschaftlicher Ort
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| Niehl || Nyele; Niele || Köln-Niehl || 1005 || Rheinnaher Ort
|-
| Poll || Polle; Pull || Köln-Poll || 1003 || Rheinsiedlung südlich von Deutz
|-
| Rodenkirchen || Ruynekirchen; Rodenkirch || Köln-Rodenkirchen || 1003 || Südlicher Rheinort
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== Höfe, Einzelbesitze und Wüstungen im Schweid ==
Neben den Dörfern bestanden im Kölner Schweid zahlreiche '''Höfe, Einzelgüter und zeitweise aufgegebene Siedlungen''', die in Karten und Urkunden erscheinen.
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! Name !! Lage !! Typ !! Bemerkung
|-
| Melatenhof || westlich der Stadt Köln || Hof / Leprosenhof || Seit dem 13. Jh. belegt
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| Frohnhof || Nähe Subbelrath || Herrenhof || Teil städtischer Besitzstrukturen
|-
| Subbelrath || nordwestlich Kölns || Hof / Siedlung || Späterer Stadtteil
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| Kriel || westlich Kölns || Hoflandschaft || Bereits im Mittelalter belegt
|-
| Weiden || westlich Kölns || Einzelhof / Dorf || Ländlicher Besitz im Schweid
|}
== Beispiele ==
'''Siedlungen & Landschaft'''
* befestigte Stadt
* Dorf mit Kirche
* Einzelhof
* Wald- / Auenlandschaft
'''Wege, Gewässer & Grenzen'''
* Rhein mit Schiffen
* Bach / Nebenarm
* Landweg
* angedeutete Schweid-Grenze

Aktuelle Version vom 23. Januar 2026, 17:08 Uhr

Joan Blaeu, 1667 - Darstellung der Stadt Köln und des umliegenden Schweids mit Dörfern, Wegen und Feldmark.

Der Kölner Schweid – in Quellen auch Schwaidt, Schweidt oder Schweydt genannt – bezeichnet das historische Umland und die Feldmark der Stadt Köln vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Der Begriff ist eng mit der agrarischen Versorgung der Stadt, mit Weiderechten sowie mit der territorialen Organisation des kölnischen Umlands verbunden.

Begriff und Bedeutung

Das Wort Schweid leitet sich vermutlich aus dem althochdeutschen bzw. mittelniederdeutschen Sprachraum ab und bezeichnete allgemein einen Landbezirk, eine Feldmark oder einen abgegrenzten Wirtschaftsraum. Im Kölner Kontext meinte der Schweid insbesondere:

  • die Acker‑, Weide‑ und Wiesenflächen außerhalb der Stadtmauern,
  • die zur Stadt Köln gehörenden oder von ihr beanspruchten Gebiete,
  • sowie das wirtschaftlich eng mit der Stadt verbundene Umland.

Der Kölner Schweid war kein einzelner Verwaltungsbezirk im modernen Sinne, sondern ein funktionaler Raum, der durch Nutzungsrechte, Wege, Gewässer und Besitzverhältnisse definiert wurde.

Historischer Hintergrund

Bereits im Hochmittelalter war Köln auf sein Umland angewiesen:

  • zur Versorgung mit Getreide, Vieh, Holz und Brennstoffen,
  • für Weiderechte der Bürger und Bauerbänke,
  • als Pufferzone zwischen Stadt und benachbarten Herrschaften.

Der Schweid umfasste zahlreiche Dörfer, Höfe und Einzelbesitze, die wirtschaftlich auf Köln ausgerichtet waren. Viele dieser Orte wurden später zu heutigen Kölner Stadtteilen.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Kölner Schweid zunehmend kartographisch erfasst, um Besitzansprüche, Wege und Grenzen sichtbar zu machen.

Der Kölner Schweid in historischen Karten

Descriptio Agri Civitatis Coloniensis

Die wichtigste kartographische Darstellung des Kölner Schweids ist die „Descriptio Agri Civitatis Coloniensis“ (Beschreibung des Feldes der Stadt Köln).

Merkmale dieser Karten:

  • Entstehung: Anfang 17. Jahrhundert, verbreitet durch Drucke des 17. und frühen 18. Jahrhunderts
  • Darstellung von:
    • der ummauerten Stadt Köln
    • dem Rhein und Nebenarmen
    • umliegenden Dörfern, Höfen und Wegen
    • der gesamten städtischen Feldmark (Schweid)

Bekannte Kartographen und Herausgeber:

  • Abraham Hogenberg (frühe Fassungen um 1600)
  • Joan Blaeu (Atlas Maior, ab ca. 1662)
  • Covens & Mortier (18. Jahrhundert)

Diese Karten dienten nicht nur der Orientierung, sondern auch der Dokumentation städtischer Ansprüche gegenüber Adel, Kirche und benachbarten Territorien.

Typische Inhalte der Schweidkarten

Auf Schweidkarten finden sich häufig:

  • Vorstädte und Dörfer (z. B. Deutz, Nippes, Müngersdorf, Longerich)
  • Wege und Handelsrouten
  • Bäche, Gräben und Rheinläufe
  • Wald‑ und Weideflächen
  • Grenzlinien der städtischen Feldmark

Die Darstellung ist meist nicht maßstabsgetreu, sondern folgt einem symbolischen und funktionalen Verständnis von Raum.

Bedeutung für die Kölner Stadt‑ und Familiengeschichte

Der Kölner Schweid ist besonders wichtig für:

  • Stadtgeschichtliche Forschung
  • Siedlungs‑ und Flurnamenforschung
  • Familien‑ und Hausforschung im Kölner Umland

Viele in Quellen genannte Herkunftsangaben („im Schweid gelegen“, „außerhalb der Stadt im Schweid“) lassen sich erst durch diese Karten räumlich einordnen.

Einige Schweidkarten sind hier aufgezeigt: /Karten.

Orte des Kölner Schweids

Die folgende Liste umfasst Orte, Höfe und Siedlungen, die in historischen Schweidkarten und Quellen als Teil des Kölner Umlands erscheinen. Die Auswahl orientiert sich vor allem am Zeitraum 16.–18. Jahrhundert.

Ort (historisch) Namensvarianten (Auswahl) Heutiger Stadtteil / Lage Erste Erwähnung Bemerkung
Deutz Tuitium; Duytz; Duitz Köln-Deutz 1003 Bedeutender rechtsrheinischer Ort
Nippes Nippiss; Nepiss; Nippiß Köln-Nippes 1219 Dorf im nördlichen Schweid
Longerich Lungerich; Longherich Köln-Longerich 1154 Teil der nördlichen Feldmark
Müngersdorf Munghersdorp; Mungersdorp Köln-Müngersdorf 962 Kirch- und Hofsiedlung
Lindenthal Lintdal; Lyntdal Köln-Lindenthal 1225 Locker besiedeltes Gebiet
Ehrenfeld Ernfeld; Ernevelde Köln-Ehrenfeld 1302 Ursprünglich Hof- und Ackerland
Bickendorf Bickendorp; Bickendorff Köln-Bickendorf 941 Frühmittelalterliche Siedlung
Ossendorf Ossendorp; Osendorff Köln-Ossendorf 962 Landwirtschaftlicher Ort
Niehl Nyele; Niele Köln-Niehl 1005 Rheinnaher Ort
Poll Polle; Pull Köln-Poll 1003 Rheinsiedlung südlich von Deutz
Rodenkirchen Ruynekirchen; Rodenkirch Köln-Rodenkirchen 1003 Südlicher Rheinort

Höfe, Einzelbesitze und Wüstungen im Schweid

Neben den Dörfern bestanden im Kölner Schweid zahlreiche Höfe, Einzelgüter und zeitweise aufgegebene Siedlungen, die in Karten und Urkunden erscheinen.

Name Lage Typ Bemerkung
Melatenhof westlich der Stadt Köln Hof / Leprosenhof Seit dem 13. Jh. belegt
Frohnhof Nähe Subbelrath Herrenhof Teil städtischer Besitzstrukturen
Subbelrath nordwestlich Kölns Hof / Siedlung Späterer Stadtteil
Kriel westlich Kölns Hoflandschaft Bereits im Mittelalter belegt
Weiden westlich Kölns Einzelhof / Dorf Ländlicher Besitz im Schweid

Beispiele

Siedlungen & Landschaft

  • befestigte Stadt
  • Dorf mit Kirche
  • Einzelhof
  • Wald- / Auenlandschaft


Wege, Gewässer & Grenzen

  • Rhein mit Schiffen
  • Bach / Nebenarm
  • Landweg
  • angedeutete Schweid-Grenze