Altes Köln

Partiewaren

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Partiewaren (oder auch Parthiewaren) tauchen in einem Adressbucheintrag 1895 auf.

Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich Köln stark zur Handels- und Großstadt. Dabei entstanden viele neue Vertriebsformen und günstige Verkaufsstellen für die wachsende Bevölkerung.

Laut Definition bezeichnet Partieware:

  • minderwertige, unmoderne oder schwer verkäufliche Ware
  • oft Restposten oder größere Warenposten („Partien“)
  • die billiger abgegeben werden (Duden).

Was war dann ein Partiewarengeschäft?

Ein solches Geschäft war im späten 19. Jahrhundert typischerweise:

  • ein Laden für billige Restposten
  • Verkauf von überzähligen Lagerbeständen
  • oft gemischtes Sortiment (Textilien, Haushaltswaren, Kurzwaren etc.)

vergleichbar mit heutigen:

  • „Ramschläden“
  • Restpostenläden
  • Sonderpostenmärkte

Ein Partiewarengeschäft um 1895 bietet also günstige Versorgung der Arbeiter- und unteren Mittelschichten.

"Partie von Köln"

Der Begriff taucht aber auch noch oft auf Ansichtskarten auf:

  • Partie von Köln
  • Partie vom Heumarkt

Partie bedeutet hier schlicht Ansicht, Ausschnitt oder Motiv. Also: eine bestimmte Szene oder Perspektive aus der Stadt.

Mit Partie bezeichnete man also zwei unterschiedliche Bedeutungen.
Das sind zwei unterschiedliche Bedeutungen desselben Wortes, die sich historisch entwickelt haben.