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Alter Markt: Unterschied zwischen den Versionen

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Ein anschauliches Bild des Markttreibens vermittelt ein Kupferstich aus der Zeit um 1660, der einen Markttag auf dem damals bedeutendsten städtischen Markt, dem Altermarkt, festhält. Der Standort des Betrachters liegt auf der Ostseite, und er blickt auf die von hohen Häusern eingerahmte Marktfläche, die der Rathausturm im Westen majestätisch überragt. Der Platz ist übersät von Gaddemen (fest eingebauten Marktständen, besonders vor der westlichen Häuserzeile), leichteren Buden, sogenannten Kramen, Verkaufstischen und -bänken sowie Ständen, bei denen die Waren an Schrägen hängen oder auf Holzgestellen ausgestellt sind bzw. einfach auf dem Erdboden lagern. Die Beschriftung der einzelnen Stände weist die Art der Waren aus und gibt dem Plan den Charakter eines Orientierungsprospektes. Die Platzmitte nimmt das 1645 neu erbaute Wachhaus ein, daneben liegt die Marktglocke, die Anfang und Ende der Marktzeit einläutete, sowie der Pranger mit Dach und der Käfig für solche Händler, die wider die Marktgesetze verstießen. Auf der Nordseite (rechts) des Marktes überdacht ein sechseckiger Bau offensichtlich einen Brunnen. Auf der Südseite (links) wird Limburger Käse angeboten, westlich davon folgen die Stände mit geflochtenen Körben und Töpferei waren aus Frechen. Etwa auf einem Drittel der westlichen Marktfläche lagern auf Untersätzen ein halbes Dutzend großer Haufen mit Weißkohl (Kappes). Daran schließen sich die Buden an, in denen Holländer Käse feilbieten. Auf der Nordseite liegen die Fischwaage und die Verkaufsstände für Fisch. Offenbar wird hier frischer Rheinfisch angeboten, da die für die Salzfische (insbesondere Hering) typischen Tonnen fehlen. Südlich davon auf der mittleren Marktfläche ist ein weiterer Stand mit Töpfen, aber es ist nicht zu erkennen, ob es sich hier um Ton- oder Metalltöpfe handelt. Unterhalb dieser Stände wird Pfennigsware und minderwertiges Fleisch (Kotzkram) angeboten. Der größte Stand auf der Marktfläche ist die Butterwaage in der Nähe des Wachturms, südlich davon stehen die Gewürzstände. Um den Wachturm herum halten die Gemüsehändler ihre Waren feil. Im Vordergrund, der nicht beschriftet ist, werden aus Kisten, Säcken, Körben und Käfigen Eier, Brot und Geflügel angeboten. Auf der gesamten Marktfläche laufen Leute, die entweder Kiepen auf dem Rücken oder Körbe auf dem Kopf tragen; manche schieben beladene Schubkarren. Im Vordergrund tätigen Marktbesucher, besonders Frauen mit Einkaufskörben, ihre Einkäufe.
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Die Waren, die um 1650 auf dem Altermarkt angeboten werden, weisen ihn als typischen Wochenmarkt aus, der besonders auf die Bedürfnisse der Küche ausgerichtet ist, wie allein schon die vielen Frauen zeigen. Der Altermarkt war also gewissermaßen der „Bauch von Köln“.<ref>Deeters, Herres: Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, Bd.2, S. 227</ref>
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Version vom 11. Februar 2020, 00:37 Uhr

Verkehrsfläche
NameDer offizielle (oder Haupt-)Name eines Objekts Alter Markt
NummerDie offizielle Kennummer einer Straße in Köln 00074
LängeDie Gesamtlänge eines Weges (wenn man ihn als gerade Linie auseinanderziehen würde) in Metern oder Kilometern. 262,44589784 m0,26 km
In StadtteilenGibt einen Stadtteil an, in dem eine Verkehrsfläche liegt. Altstadt-Nord
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Datenquelle: Stadt Köln – offenedaten-koeln.de

Alter Markt um 1660

Ein anschauliches Bild des Markttreibens vermittelt ein Kupferstich aus der Zeit um 1660, der einen Markttag auf dem damals bedeutendsten städtischen Markt, dem Altermarkt, festhält. Der Standort des Betrachters liegt auf der Ostseite, und er blickt auf die von hohen Häusern eingerahmte Marktfläche, die der Rathausturm im Westen majestätisch überragt. Der Platz ist übersät von Gaddemen (fest eingebauten Marktständen, besonders vor der westlichen Häuserzeile), leichteren Buden, sogenannten Kramen, Verkaufstischen und -bänken sowie Ständen, bei denen die Waren an Schrägen hängen oder auf Holzgestellen ausgestellt sind bzw. einfach auf dem Erdboden lagern. Die Beschriftung der einzelnen Stände weist die Art der Waren aus und gibt dem Plan den Charakter eines Orientierungsprospektes. Die Platzmitte nimmt das 1645 neu erbaute Wachhaus ein, daneben liegt die Marktglocke, die Anfang und Ende der Marktzeit einläutete, sowie der Pranger mit Dach und der Käfig für solche Händler, die wider die Marktgesetze verstießen. Auf der Nordseite (rechts) des Marktes überdacht ein sechseckiger Bau offensichtlich einen Brunnen. Auf der Südseite (links) wird Limburger Käse angeboten, westlich davon folgen die Stände mit geflochtenen Körben und Töpferei waren aus Frechen. Etwa auf einem Drittel der westlichen Marktfläche lagern auf Untersätzen ein halbes Dutzend großer Haufen mit Weißkohl (Kappes). Daran schließen sich die Buden an, in denen Holländer Käse feilbieten. Auf der Nordseite liegen die Fischwaage und die Verkaufsstände für Fisch. Offenbar wird hier frischer Rheinfisch angeboten, da die für die Salzfische (insbesondere Hering) typischen Tonnen fehlen. Südlich davon auf der mittleren Marktfläche ist ein weiterer Stand mit Töpfen, aber es ist nicht zu erkennen, ob es sich hier um Ton- oder Metalltöpfe handelt. Unterhalb dieser Stände wird Pfennigsware und minderwertiges Fleisch (Kotzkram) angeboten. Der größte Stand auf der Marktfläche ist die Butterwaage in der Nähe des Wachturms, südlich davon stehen die Gewürzstände. Um den Wachturm herum halten die Gemüsehändler ihre Waren feil. Im Vordergrund, der nicht beschriftet ist, werden aus Kisten, Säcken, Körben und Käfigen Eier, Brot und Geflügel angeboten. Auf der gesamten Marktfläche laufen Leute, die entweder Kiepen auf dem Rücken oder Körbe auf dem Kopf tragen; manche schieben beladene Schubkarren. Im Vordergrund tätigen Marktbesucher, besonders Frauen mit Einkaufskörben, ihre Einkäufe. Die Waren, die um 1650 auf dem Altermarkt angeboten werden, weisen ihn als typischen Wochenmarkt aus, der besonders auf die Bedürfnisse der Küche ausgerichtet ist, wie allein schon die vielen Frauen zeigen. Der Altermarkt war also gewissermaßen der „Bauch von Köln“.[1]

Adressen

  1. Deeters, Herres: Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, Bd.2, S. 227