Kölner Mundart
"Die Kölner Volkssprache hat sich in den letzten drei Jahrhunderten durch den Einfluss der vielen Einwanderungen sowie der Schriftsprache sehr verändert, und dem genauen Beobachter kann es nicht entgehen, dass von Tag zu Tag eine grössere Umformung sich bewerkstelligt.
In dem Kölner Dialekt waren bis Beginn dieses Jahrhunderts fünf mehr oder weniger scharf gezeichnete Nuancirungen erkenntlich: die eine fand sich in der
Centralstadt und war die Sprechweise der eigentlichen Kölner Bürgerschaft; die zweite, die sich durch eine gewisse Derbheit und Breite der Aussprache kenntlich machte, wurde von den Kappusbauern und den Bewohnern der Wall- und anstossenden Gassen gesprochen; die dritte, welche sich unter dem Einfluss der holländischen Schiffer und Schiffsknechte entwickelt hatte, war die Sprache der an den Rhein stossenden und in dessen Nähe liegenden Gassen; die vierte, die von den aus der Eifel und aus der Gegend von Bonn kommenden Fuhrleuten beeinflusst war, hörte man in der Nähe des Severinsthors; die fünfte war den mit den aus der Gegend von Neuss und weiter nordwärts kommenden Fuhr- und Geschäftsleuten vielfach verkehrenden Веwohnern des Eigelsteins und der anstossenden Gassen eigenthümlich."
Auszug aus: Ennen, Leonard: Führer durch die Stadt Köln für Einheimische und Fremde
